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Mayerhofer: Fans haben sich einen Sieg verdient

SVS-Tormann Paul Mayerhofer im Interview über Gegentore, die positive Konkurrenzsituation mit Tormann-Kollege Aric Haimburger und warum er vom Klassenerhalt des SV Spittal überzeugt ist.

Selbst unsere Gegner sagen, dass du zu den besten Torhütern der Liga zählst. Wie gerne hört man so etwas angesichts der Tabellensituation und 2,5 Gegentoren im Schnitt? (Anm.: beim 0:4 in Gleisdorf stand Aric Haimburger im Tor)
PAUL MAYERHOFER: Als Tormann stehst du natürlich immer besonders unter Beobachtung. Für Gegentore ist aber nie nur meine Leistung relevant, sondern die der ganzen Mannschaft – von der Defensivabteilung bis hin zu den Stürmern. Das gilt auch dann, wenn wir keine oder wenig Tore bekommen. Das es unter dem Strich nun doch viele Gegentore waren, hat aus meiner Sicht damit zu tun, dass uns derzeit noch die Routine für diese Liga fehlt. Da zahlt man einfach Lehrgeld. Das wird sich aber von Spiel zu Spiel verbessern. Ich bin da sehr zuversichtlich. Wenn dann auch noch Dejan (Anm.: Kecanovic) nach seiner Verletzung zurück ins Team kommt, wird uns das zusätzlich helfen – auch was die Sicherheit nach vorne betrifft. Sein Ausfall gleich im zweiten Meisterschaftsspiel war natürlich bitter. Ebenso wie jener von Felix Hutter.

Mit Aric Haimburger hast du einen ebenso starken Tormann als derzeitigen Zweier-Goalie im Team. Wie belebend ist diese Konkurrenz?
MAYERHOFER: Mit der Verpflichtung von Aric wusste ich, dass ich um den Platz im Tor kämpfen muss. Er ist ein super Tormann und hat das auch schon im Cup-Spiel gegen Lendorf bewiesen – hätte er nicht so gut gehalten, wäre die ohnehin schon bittere Niederlage noch deutlicher ausgefallen. Vom Konkurrenzkampf im Training profitieren wir am Ende beide. Und ganz wichtig: Auch für unseren dritten Tormann Lukas Krall ist die Dichte an Qualität wichtig. Er ist ein großes Talent.

Paul Mayerhofer: Auf sein Können war in den bisherigen Spielen des SVS stets Verlass! – Foto: Hermann Sobe

Du hast zuletzt in der Regionalliga West bei Grödig gespielt. Wie würdest du diese Liga im Vergleich zur Regionalliga Mitte einstufen?
MAYERHOFER: Ich denke, dass diese beiden Ligen in etwa gleich sind. Allerdings wird ja im Westen ein anderes System gespielt: Da spielen in der Hinrunde jeweils 10 Mannschaften aus Salzburg, Tirol und Vorarlberg in ihren Bundesländern gegeneinander. Die jeweils besten zwei Teams matchen sich dann im Frühjahr bundesländerübergreifend untereinander um den Aufstieg. Die restlichen Acht der jeweiligen Ligen spielen um die ÖFB-Cup Plätze und gegen den Abstieg. Ein System, das sicher auch für Kärnten spannend wäre.

Du stammst ja ursprünglich aus Wien und bis 2018 nach Kärnten gekommen. Wie kam es dazu?
MAYERHOFER: Die Liebe brachte mich nach Kärnten. Heute lebe ich in Villach und bin wirklich sehr gerne hier. Ich genieße es, hier die schönsten Berge und Seen in der Nähe zu haben. Aus diesem Grund kann man mich auch auf dem einen oder anderen Gipfel antreffen, am Mountainbike oder beim Skifahren. So freue ich mich heuer auch schon auf meine Premiere am Goldeck, das ja ein außerordentlich toller Sportberg sein soll.

Sportlich heißt es in diesem Jahr Abstiegskampf statt Gipfelsturm. Wie schätzt du die Chancen für einen Verbleib in der Regionalliga ein?
MAYERHOFER: Dass es verdammt schwer wird, das haben wir ja vom ersten Moment an gewusst. Der ganze Verein stellt sich aber vorbildlich dieser Aufgabe und wir werden das Beste herausholen und in jedem Spiel um unsere Möglichkeiten kämpfen. Schlussendlich sind wir das auch den Fans schuldig, die in allen Heimspiel lautstark hinter uns gestanden sind. Da wäre es schon einmal an der Zeit, auf einen Sieg anzustoßen. Jetzt ist es das Ziel, im Herbst so viele Punkte wie möglich zu holen. Dann sehen wir, was im Winter passiert und wo es eventuell noch Bedarf gibt, etwas nachzubessern. Wir wären nicht die erste Mannschaft, die im Frühjahr eine erfolgreiche Aufholjagd startet. Natürlich sehe ich, dass es eng werden wird. Ich sehe aber auch, dass wir das Potential haben, es zu schaffen. Und wenn wir im 100. Bestehungsjahr des SV Spittal den Klassenerhalt feiern, dann wird das eine riesige Party.