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Gelingt die Sensation gegen den Titelfavoriten?

Mit den “Jungen Wilden” in den Hexenkessel nach St. Anna

Gegen den Titelfavoriten St. Anna ist Vorsicht geboten: Der SV Spittal will im Konter überraschen und setzt auf die Stärke der „Jungen Wilden“.

Mit 550 Kilometern wartet auf den SV Spittal am Samstag die längste aller Auswärtsfahrten dieser Saison und gleichzeitig auch einer der härtesten Gegner: St. Anna am Aigen (seit 2019 in der Regionalliga Mitte) zählt zu den großen Titelfavoriten, die Spiele in der „Stahlbau Müller Arena“ haben Volksfestcharakter. Vor Corona strömten zu den Heimspielen bis zu 2500 Fans. Und das bei einer Zahl von „nur“ 2300 Einwohnern. „Auch trotz Zuseher-Beschränkung durch Corona wird uns ein Hexenkessel erwarten“, sagt SVS-Trainer Rudi Schönherr.

Vor dem Duell David (ja, das sind wir) gegen den steirischen Goliath plagen den Trainer zudem Verletzungssorgen: Felix Hutter droht ein Ausfall für den ganzen Herbst, Routinier Dejan Kecanovic muss weitere drei Wochen pausieren. Zudem wackelt für das Match gegen St. Anna Stürmer Erwin Tiganj (Muskelprobleme) und Amir Hadzic (Aduktoren). „Wir haben aber genügend junge und hungrige Spieler, die nur darauf warten, in der Regionalliga auf das Feld auflaufen zu können“, so Schönherr. Aussichtsreiche Kandidaten für einen Einsatz in der Startelf sind die zwei der jüngsten Spieler des Kaders: Fabio Reveland (17) und Philipp Clementschitsch (17).

SVS-Trainer Rudi Schönherr muss in St. Anna auf einige Stütze verzichten. – Foto: Hermann Sobe

Für St. Anna ist es übrigens das dritte Bewerbsspiel innerhalb von nur sieben Tagen. Im ÖFB-Cup war man bei der 1:3-Niederlage gegen Bundesligist WSG Tirol lange ebenbürtig und lag bis zur 50. Minute sogar in Führung. Am Dienstag gelang gegen die Sturm Amateure in der Nachspielzeit ein umjubelter Treffer zum 2:2-Endstand. Schönherr sieht jedoch keinen Vorteil durch die Mehrbelastung der Steirer: „Sie haben einen Kader voller routinierter Spieler, viele von ihnen haben auch schon in höheren Ligen gespielt.“

Aufzupassen gilt es vor allem auf einen Neuzugang von St. Anna: Michael Tieber. Mit fünf Toren in den ersten drei Spielen führt der 31-Jährige Mittelstürmer die Torschützenliste an. Für Kapfenberg, Hartberg sowie für den SV Lafnitz spielte Tieber bereits in der ersten und zweiten Bundesliga. Schönherr: „Wir werden versuchen, ihre Offensive aus dem Spiel zu nehmen, um dann im Konter zu überraschen.“

Mit dem ersten Punkt im Heimspiel gegen die Juniors aus Ried ist Schönherr zwar zufrieden, mit dem Spiel selbst aber nicht: „Positiv ist, dass wir angeschrieben haben. Und auch der Beginn der Partie war ein guter, wir konnten den Gegner anfangs unter Druck setzen. Allerdings haben wir uns dann zu weit zurückfallen lassen. Viele Spieler blieben unter meiner Erwartung. Wir können das besser.“